Tatort von David Wnendt: "Mein ‘Tatort’ wird polarisieren"

Neonazis, Gemüse als Sexspielzeug, Adolf Hitler: Regisseur David Wnendt ist für einige der spannendsten deutschen Filme der vergangenen Jahre verantwortlich. Sein mehrfach ausgezeichnetes Spielfilmdebüt “Kriegerin” erzählt ungeschönt aus dem Leben einer rechtsradikalen, ostdeutschen “Kameradschaftsaktivistin”. 2013 verfilmte Wnendt dann Charlotte Roches Sperma-Hämorrhoiden-blutige-Tampons-Skandalroman “Feuchtgebiete”, bevor er sich an Timur Vermes’ Hitler-Parodie “Er ist wieder da” machte.

Für sein TV-Debüt hat Wnendt sich nun ein traditionsreiches Format ausgewählt: Für den NDR schrieb und drehte er eine Folge des Kieler “Tatorts”. In “Borowski und das dunkle Netz” jagt Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) zusammen mit seiner computerversierten Kollegin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) einen Mörder, der aus dem Darknet zu kommen scheint. Nach einem Mordfall in der Cybercrime-Einheit des Landeskriminalamts führt die Spur in diese anonyme Ecke des Netzes, die gerade auch im Stuttgarter “Tatort” über künstliche Intelligenz ausgeleuchtet wurde.

Gedreht wurde der “Tatort”, der 2017 ausgestrahlt werden soll, auch in Schwarzenbek nahe Hamburg, in einem offenbar leer stehenden Vereinsheim in einer Wohnsiedlung. Hier rückt Wnendt spätabends nach einem langen Drehtag zwei Bierbänke fürs Interview zurecht, im Licht von Leuchtstoffröhren.

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